Wichtige Begleiter für deine technische Analyse werden die sogenannten Trading Indikatoren sein. Basierend auf mathematischen Preis- und/oder Volumen-Analysen sollen sie dir helfen, Trends zu finden, gewisse Muster zu erkennen oder Support- und Resitencezonen (Korrektur- oder Umkehrpunkte) zu identifizieren. In diesem Artikel wird dir erklärt, was genau Indikatoren sind und wir stellen dir 5 der bekanntesten vor.
VORTEILE
- Ein groĂźes Angebot an verschiedenen Indikatoren ist in allen Trading-Chart-Programmen kostenlos vorhanden und nutzbar
- Indikatoren sind eine wichtige UnterstĂĽtzung zur Findung einer Investitionsentscheidung
- Gut geeignet fĂĽr Einsteiger und Fortgeschrittene, da die meisten Indikatoren einfach zu lesen und zu verstehen sind
- Verschiedene Darstellungen sind möglich, wie Volumen, Durchschnitte, Extreme oder Preiskanäle
NACHTEILE
- Die Anzeige basiert meist auf vergangenen Kursdaten und kann dir nie 100% genau anzeigen, wohin sich der Kurs als nächstes entwickelt
- Einige Indikatoren sind recht kompliziert in der Darstellung und somit nicht einfach in der Anwendung
- In volatilen Marktphasen kann es zu starken Fehlsignalen kommen
Diese findest du in der Regel in der oberen Tool-Leiste auf dem Chart. Entweder direkt beschriftet oder mit einem Symbol versehen. Per Klick öffnet sich dann eine Auswahlliste.
Quelle: TradingView
Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Indikatoren. Meist bieten dir die Broker zwischen 50 und 100 der meistgenutzten und bekanntesten an. Selbstverständlich wirst du keine 50 Indikatoren nutzen, um die Kurse zu analysieren, sondern die meisten Trader nutzen 2-3, meist Standard-Indikatoren, die verschiedene Werte analysieren und kombinieren und vergleichen die ermittelten Ergebnisse.
Bevor wir uns tiefer mit diesem Thema beschäftigen, bedenke bitte, dass es leider keinen Indikator geben wird, der dir mit 100%iger Genauigkeit vorhersagen kann, was als Nächstes auf dem Kurs passiert. Sie nutzen vergangene und aktuelle Daten, aber sie können nie genau prophezeien, wohin sich der Preis tatsächlich entwickelt. Vor allem in stark volatilen Marktmomenten neigen viele Indikatoren zu starker Ungenauigkeit. Daher solltest du Indikatoren immer als ergänzendes Entscheidungsfindungshilfsmittel betrachten und bestenfalls, wie beschrieben, kombiniere mehrere, um mehr Aussagekraft und ein breiteres Bild zu erhalten. Je mehr verschiedene Indikatoren dir ähnliche Signale liefern, desto mehr Fundament könnte dahinterstehen. Viele Händler kombinieren die Indikatoren-Ergebnisse dann noch mit weiteren Analysemethoden.
Was bedeutet Indikator
Definition Indikator kann man recht schlicht mit „Ein Hilfsmittel, das Informationen und Entwicklungen anzeigen soll” erklären. Indikatoren im Trading sind tatsächlich auch Hilfsmittel zur Kursanalyse und werden in grafischer Form entweder direkt im Chartbild oder darunter eingeblendet und dargestellt. Auf Basis von Kursstatistiken wie Höchst- und Tiefstkurs, Eröffnungs- und Schlusskurs sowie mathematischen Preis- und/oder Volumen-Analysen sollen sie dir dabei helfen, Trends zu finden, Chartmuster zu erkennen oder Support- und Resistance Zonen (Korrektur- oder Umkehrpunkte) zu identifizieren. Sie liefern dir entweder ein visuelles Signal oder gar einen Preis-Marker und helfen dir somit bei deinen Positionsentscheidungen. Du hast die Option, die Settings des Indikators zu verändern, dies empfiehlt sich für den Einsteiger aber anfangs nicht.
TradingView Indikatoren
TradingView verdient zu diesem Thema gesonderte Aufmerksamkeit. Wenn du noch nicht weißt, was TradingView ist, liest doch im Anschluss am besten den entsprechenden Artikel dazu „TradingView”.
Die Plattform bietet dir nach eigenen Aussagen (wir haben nicht nachgezählt) mehr als 400 eingebaute Indikatoren und Strategien. Der Clou ist aber die Community. Zusätzlich zu den eingebauten Indikatoren findest du über 100.000 öffentliche Indikatoren, die von Nutzern, also anderen Tradern, in Pine Scripts entwickelt und anderen auf TradingView zur Verfügung gestellt wurden. Natürlich kommen auch stetig neue hinzu. Pine Scripts ist eine eigens von TradingView entwickelte Programmiersprache, um Usern genau solche Optionen auf der Plattform bieten zu können.
Du siehst also, warum dies gesondert Erwähnung verdient, denn TradingView bietet dir ein enorm vielfältiges Angebot zu diesem Thema. Die besten Indikatoren helfen nicht weiter, ohne schlussendlich auch die Trades zu platzieren. Dazu musst du deinen Broker mit TradingView verbinden und das funktioniert leider nicht mit jedem Anbieter, aber keine Sorge, wir haben bereits für dich recherchiert.
MyTradingHelper Tipp! Solltest du noch keinen passenden gefunden haben, findest du nachfolgend einen von uns geprüften Broker, der dir eine TradingView-Verbindung ermöglicht und natürlich noch vieles mehr zu bieten hat!
Regulierung
- Lizenzierung ASIC, FSCA, CIMA, SIBL
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Qualitäten und Stärken
- ProTrader, MetaTrader 4 und 5, TradingView
- Copy Trading Funktion (ĂĽber Vantage App)
- Kostenlose Trading Signale
Risikohinweis: mehr als 75% – 85% der privaten CFD Anleger verlieren Geld
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MyTradingHelper Tipp! Es gibt noch weitere Trading-Software-Anbieter, die dir zahlreiche Trading-Indikatoren zur Verfügung stellen. Mehr dazu findest du in unseren Beiträgen: MetaTrader 4, MetaTrader 5 und cTrader!
Indikatoren Beispiele
Welche Indikatoren gibt es? Wie beschrieben, stehen dir fast unzählige je nach Anbieter und Trading-Software zur Verfügung. Das gängige Standard-Repertoire, das du auf den Trading-Plattformen finden kannst, kommt mit verschiedenen Optionen für die Darstellung von Oszillatoren, Durchschnitten, Volumen und Preiskanälen daher. Die bekanntesten 5 Indikatoren, die von Anfängern als auch Profis genutzt werden, sind:
Bollinger Bänder
Moving Average (Gleitender Durchschnitt)
Relative Strength Index (RSI Indikator)
Moving Average Convergence/Divergence (MACD Indikator)
Stochastic RSI.
Indikator Beispiel
Lass uns am besten diese bekannten Indikatoren einmal genauer beleuchten:
Bollinger Bänder
Die Bollinger Bands werden wohl jedem über den Weg laufen, der sich mit dem Trading beschäftigt. Auf dem Bild siehst du, wie der Indikator grafisch dargestellt wird. Zu lesen ist er recht simpel.
Quelle: TradingView
Du findest drei Bänder. Das mittlere folgt dem gleitenden Durchschnitt und das obere und untere Band sind deine Signalgeber. Wird das untere Band durch die Kerze oder den Kurs touchiert, kann das ein potenzielles Kaufsignal darstellen, wird das obere Band berührt, kann es ein Verkaufssignal sein. Es wird dir also eine Abweichung vom Durchschnitt dargestellt, um mögliche Korrekturen oder Kurswendungen zu signalisieren.
Der Abstand zwischen den Bändern beschreibt die Intensität der Preisbewegung über den dargestellten Zeitraum. Gibt oder gab es eine stärkere, volatile Preisänderung, sind die Bänder mit weiterem Abstand dargestellt, war oder ist es ruhiger, verlaufen die Bänder enger beieinander.
Wenn du den Zeitraum im Chart wechselst, verändert sich eventuell auch die Darstellung, daher beachte den Zeitraum bei deiner Positionsplanung. Selbstverständlich kann dir ein solcher Indikator immer nur eine Idee liefern und nie einen 100% Investmentratschlag. Außerdem ist es durchaus sinnvoll, immer mehrere Indikatoren zu kombinieren.
Moving Average (Gleitender Durchschnitt)
Der gleitende Durchschnitt ist wohl das am häufigsten verwendete Hilfsmittel technischer Analysen. Der MA folgt dem Trend und visualisiert mit einer Linie den Durchschnittskurs. Damit wird der Kursverlauf geglättet, was es erleichtern soll, die zukünftige Marktentwicklung zu prognostizieren.
Quelle: TradingView
Die Glättungslinie, welche durch den Moving Average definiert wird, kann für kurz-, mittel- und langfristige Analysen genutzt werden. Das Kreuzen des Basiskurses mit dem Moving Average sowie das Kreuzen verschiedener MA´s signalisieren dann das Kauf- oder Verkaufssignal. Du findest verschiedenste MA-Systeme, die kombiniert werden können, wie z.B. Simple (SMA), Exponential (EMA), Variable (VMA), Weighted (WMA) oder Triangualar (TMA).
Relative Strength Index (RSI Indikator)
Der RSI gehört in die Indikatoren-Kategorie der Oszillatoren. Den Begriff Oszillieren finden wir eigentlich in der Mechanik und er beschreibt Schwingungen. Genau das tut auch ein Oszillator-Indikator, zu welchem der Relative Strength Index gehört. Er visualisiert Schwingungen von einer oberen zu einer unteren Begrenzung innerhalb eines bestimmten Zeitraums und zeigt dir damit markante Übermäßigkeiten oder Extreme in der Preisentwicklung eines Finanzinstruments. Beim RSI sprechen wir davon, dass ein Asset überkauft oder unterkauft erscheint und somit ein potenzieller Trendwechsel möglich ist, welchen du als Trader für deine Positionierung nutzen könntest.
Quelle: TradingView
Nach Aktivierung des RSI über die Indikatorenauswahl wird dir dieser meist unterhalb des Charts eingeblendet. Die Relative Strength Index-Werte oszillieren zwischen 0 und 100. Er ist in drei Zonen unterteilt. Die mittlere Zone, in violett dargestellt, startet, orientierend an den Werten rechts bei 30, endet bei 70 und unterteilt das Preisniveau in eine Art Mittelwertzone. Die dunkle violette Linie folgt dem Preis, den du im oberen Chart siehst. Solange sich diese innerhalb der 30/70 Zone bewegt, ist nichts auffällig. Die „Extreme“, auf die der Trader lauert, befinden sich außerhalb der Mittelwertzone. Wird diese nach oben durchbrochen (größer 70), spricht man von einem überkauften Asset und es könnte ein Verkaufssignal darstellen im Falle einer Preiskorrektur. Der untere Durchbruch (kleiner 30) symbolisiert ein unterkauftes Asset und soll ein Kaufsignal liefern. Es wird also auf die Trendumkehr spekuliert. Beachte bitte, das dies im Falle starker oder zu geringer volatilerer Marktbewegungen zu Fehlsignalen führen kann.
Manche Trader achten auf das Linienmuster nach oberen oder unteren Durchbrüchen und suchen nach einer Art Schulter-Berggipfel-Muster, welches ein stärkeres Trendsignal symbolisieren soll. Dies ist allerdings aufgrund der allgemeinen Darstellung natürlich durchaus eine Sache der Interpretation
MACD Indikator (Moving Average Convergence/Divergence)
Ein weiteres Mitglied der Oszillatoren ist der MACD. Er setzt sich aus einer Mittellinie, von der Säulen abgehen, die als Histogramm bezeichnet werden, einer Signallinie (rot) und der MACD-Linie (blau) zusammen.
Quelle: TradingView
Der Indikator ist wie folgt zu lesen. Kreuzt die MACD-Linie (blau) die Signallinie (rot) von unten nach oben, zeigt dies ein potenzielles Kaufsignal. Kreuzt sie von oben nach unten, ein potenzielles Verkaufssignal. Je weiter diese Kreuzung von der Mittellinie stattfindet, desto stärker soll das Signal sein. Ähnlich wie beim RSI besteht auch hier das Fehlsignal Risiko.
Stochastic RSI
Wie der Name es bereits verrät, basiert der Stochastik RSI auf dem RSI. Er ist allerdings im Vergleich zum Standard-RSI deutlich empfindlicher oder schneller und erzeugt somit eine höhere Anzahl von Signalen. Natürlich erhöht dies auch wieder das Risiko für Fehlsignale.
Quelle: TradingView
Er eignet sich für kurze als auch längere Zeitraumperioden sowie sollte auch dieser Indikator kombiniert werden mit anderen wie z.B. dem gleitenden Durchschnitt (MA). Er ist sehr einfach zu lesen. Am besten liest du dir dafür die Artikel zum RSI und MACD zuvor kurz nochmal durch und kombinierst diese. Du findest im Stochastic RSI ebenfalls eine Mittelzoneneinteilung und obere und untere Über- und Unterkauft-Zonen sowie signalisieren auch die sich kreuzenden Linien potenzielle Kauf- und Verkaufssignale.
Trading Indikatoren Fazit
Indikatoren sind für die meisten Trader ein fester Bestandteil ihrer technischen Analysen. Viele eignen sich auch für Einsteiger, da sie recht einfach zu lesen und zu verstehen sind. Allerdings können dir solche Darstellungen nie 100% Gewissheit geben. Nichts kann dir das geben an der Börse. Viele Indikatoren nutzen aktuell auflaufende Daten und zeigen Ihre Tendenzen somit leicht verzögert. Gerade in stark volatilen Marktphasen führt das zu falschen Signalen und Ungenauigkeit.
Nichtsdestotrotz sind sie ein gutes und wichtiges Instrument, dir eine Entscheidungshilfe fĂĽr deine Trade-Positionierung zu geben. Du solltest sie bestenfalls mit anderen Trading Indikatoren, Trading-Tools und Analyse-Techniken kombinieren, denn mehr Augen sehen auch im Trading klarer.
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